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Hallo Freunde, ich bin Hera!

Ich bin Hera Leider könnt Ihr mich nicht mehr persönlich treffen, denn ich bin am 29. Mai 2009 für immer fortgezogen.
Und da man sagt, das Internet vergisst nichts, habe mir meine Leute eine Seite gemacht.
Naja, einwenig musste ich ihnen schon die Feder, äh .. die Tasten führen, damit das auch richtig rüberkommt.
Denn manches wird anders gesehen von den Menschen......
 
 
 

Warten im Tierheim Also das ganze mit meinen Leuten fing 1999 an, kurz vor Neujahr. Da kamen die zwei ins Tierheim in Berndshof und wollten von Sabine Schulz einen Wachhund haben.
Da hab ich mal lieber die Schnauze gehalten während alle wild gebellt haben.
Aber was macht meine Sabine. Sie holt miiich raus und sagt ich währe die richtige.
Ich würde mich auch mit Kleintieren vertragen.
Von Katzten war die Rede.
Und von Wachhund. Wachhund! Pah!

Naja, ich war ja nun auch kein lustiger Welpe mehr mit meinen 54 Monaten und schon das 2. mal hier, schon ein halbes Jahr. Es war ja nicht schlecht im Heim, aber oft auch langweilig. Saulangweilig.
Bin ich halt mitgegangen.
Sabine hat mir noch zugeflüstert "sei nachgiebig" oder "die sind nachgiebig" ich hatte es nicht so genau verstanden.
 
 

Erst fing ja alles ganz gut an.
Die haben mir gleich ein schickes Lederhalsband gekauft.
Dann ab in die Wanne und gebadet. Ich hab doch ein wenig streng gerochen, mit meinem nassen Fell. War ja auch die ganze Zeit mieses Wetter. Tja, frisch gewaschen und frottiert, einen warmen Platz im Haus, Fußbodenheizung! Klasse!
Ok, es waren auch 9 Katzen da. Von wegen kann mit Kleintieren.
Ich hatte einen Zwerghasen.
9 Katzen, rechnet mal aus wieviele Krallen das sind. Und ich, keine Ahnung von der Bande. Wenn die sich gestritten haben bin ich dazwischengegangen. Mit der Schnauze. Aber nur einmal!

Drei Tage später war Silvester 2000, da hat es ordentlich geknallt, ist aber nicht so schlimm wenn man im Haus ist.
Aber dann: das neue Jahrtausend hatte als Überraschung eine Hütte für mich bereit, ganz alleine für mich und draußen.
Als Wachhund eben.
Zugegeben, die Hütte war eher ein kleines Haus, Wärmedämmung Isolierglasfenster und bei Bedarf noch eine Heizlampe.
Da wußte ich, jetzt gehts ums Ganze. Wenn ich jetzt nicht aufpasse sitze ich draußen und die Katzen im Haus und lachen sich schlapp. Ich habe die Hütte NIE betreten. Auch nicht zum Fressen. Ich habe mich vor die Haustüre gelegt. Zum Glück hat es ordentlich geregnet. Machen wirs kurz: die nächsten 9 1/2 Jahre war ich ein ordentlicher Drinnenhund, ein Familienhund eben.
Wachhund? Natürlich, aber nur im Personenschutz.
Als Bodyguard habe ich dann immer neben dem Bett gelegen.
 
 

Warten im Tierheim
Bis ich dann noch das richtige Futter durchgesetzt hatte, war auch so eine Sache. Ganze 4 Wochen habe ich gebraucht, bis ich die richtigen Worte gefunden hatte. Aber das haben die sich dann auch gemerkt.
 
 

Allerdings gab es anfangs noch so einige andere Missverständnisse.
Die Beiden hatten aber auch ein paar Dinger drauf, das kann ich Euch sagen.
Nur um mal ein Beispiele zu nennen: Sie habe Stöcke und Bälle weggeworfen und geglaubt ich!!! hole die Dinger wieder zurück.
Oder sie haben sich aufs Fahrrad gesetzt und ich sollte nebenher laufen. Aber richtig weit. Nix für Hera!
Und auf den Hundeplatz sollte ich mitkommen und stramm stehen wie ein Preuße. Ein Kommando und ich sollte sitzen oder liegen und zwar subito! Kannste vergessen. Nicht in dem Ton.
Es hat schon eine ganze Weile gebraucht bis die Beiden endlich das Wort bitte sagen konnten wenn ich etwas machen sollte.
Und nur dann wenn ein vernünftiger Grund da war.
Aber schließlich hat auch das geklappt.
Hat es mal am Bankschalter, um ein Beispiel zu nennen, länger gedauert, haben meine Leute gesagt "Hera BITTE setz dich solange hin" und dann wusste ich Bescheid. Hätten sie nicht gleich in vollständigen deutschen Sätzen mit mir reden können.
 
 

Naja der Rest ist schnell erzählt. Ich war ein immer dabei Hund. Ob zum Einkaufen, in die Stadt, gesellig im Segelverein oder zu Besuch bei Freunden, ich war sogut wie immer und überall dabei. Und wenn jemand wegen mir gemeckert hat, dann sind wir ALLE gegangen. Da war Verlass auf meine Leute. Von wegen draußen anbinden.
Aber das schönste für mich, wenn ich zu Schwimmen chauffiert wurde. Habe dann mein Lieblingsauto vorgeschlagen und das hat auch oft geklappt. Im Grunde war es ja auch egal welches Auto, man musste nur aufpassen, dass man von seinem Platz aus mitkriegt ob vorne was gegessen wird. Dann haben die im Rückspiegel nur noch meine großen braune und vor allem unglaublich traurige Hundeaugen gesehen. Wenn wir Schäfer etwas können, dann ist das TRAURIG gucken.
Sabine vom Tierheim hatte meinen Leuten ja gesagt, dass ich ein wenig verfressen wäre und ein wenig dickköpfig. Später haben die Beiden behauptet, sie wären belogen worden, das wäre alles nicht nur ein bisschen. Sie sind aber trotzdem immer wieder zum Fleich kaufen zu ihr hingefahren, und ich durfte mir bei dann ein paar leckere Stücke aussuchen...
 
 

Dann kam noch die Sache mit den Urlaubern dazu. Urlaub mit Hund. War ja manchmal ein bisschen viel los, hauptsächlich im Sommer.
Aber viele Kollegen waren ganz nett. Personenschützer, so wie ich. Und mit denen habe ich dann gerne zusammengesessen, auch mit ihren Menschen. Am liebsten beim Grillen. Und ich habe da auch ein paar tolle Freunde gefunden, aber das beste war, dass alle nach spätestens 3 Wochen wieder weggefahren sind, vor allem die Kollegen. Denn teilen wollte ich meine Leute dann doch nicht.
 
 

Mit meinen Katzten war bald auch alles Paletti. Wir haben zusammengehalten, und wenn es mal Ärger gab dann hat mir Desjat mein Lieblingskater, oft geholfen. Ich hab ihn natürlich auch rausgehauen, wenn er sich mal die Gabel zu voll genommen hat. Ansonsten war ich auch viel unterwegs mit meinen Menschen. Am liebsten mit dem Auto. Ich könnte Geschichten erzählen, da würdet Ihr staunen. Ich kenn die ganze Gegend hier, von der Hauptstadt bis hoch nach Rügen. Und so manche Badestelle habe ich persönlich ausprobiert. Einiges haben ich und meine Freunde auf die Seite der Ausflugstipps gestellt.
 
 

Es gäbe noch viel zu erzählen was ich hier erlebt habe. Von den Schafen mit denen ich im Garten getobt habe, von Wotan meinem kleinen Fittnesskater, von Gastpferden und Tierparkbesuchen und weis nicht was sonst noch alles.
 
 

Schade dass die Jahre so schnell vorbeigegangen sind. Naja, zum Schluss war es auch schon ganz schön anstrengend. Auch für meine Menschen. Meinen 14. Geburtstag haben wir aber noch richtig schön gefeiert. Ich habe einen Hirschrücken ausgegeben und hinterher ein Likörchen. Einen Monat später, es ging mir gar nicht so gut, habe ich auf meinem aktuellen Lieblingsplatz im Arm von meinem Lieblingsmensch gelegen und bin dabei eingeschlafen.
 
 

Manchmal sehe ich, dass die Beiden traurig sind weil ich nicht mehr bei ihnen bin.
Braucht ihr nicht sein, wir hatten doch eine tolle Zeit und ich bin ja noch da.
Leute, ich liege doch versteckt im Schatten unter der Mirabelle, mit Blick auf Eure Haustüre.
Ein Wachhund eben! Bin ich nicht perfekt?